Wie es weiter ging?

Die erste Nacht in den Bergen war kalt, sehr kalt. Ich schlief im dicken Fleece und einer langen Hose. Was sollte das werden weiter oben?
Die Temperaturen in den Lodgen unterscheiden sich nicht wirklich von denen in den Zimmern. Einzig allein der Dinner Room wird beheizt. Dort trifft sich dann auch am späten Nachmittag die eingetrudelte Trekkerwelt und quetscht sich eng an den Ofen gedrängt in den Raum.

In der Nacht wurde ich, Dank der ewigen Süffelei immer wieder wach und musste aufs Örtchen. Das ist natürlich draußen. So hatte ich natürlich beim Hose runter lassen schon Bedenken, ob ich mir nicht etwa Gefrierbrand am Hinterteil hole. Doch es gibt nichts schöneres , als bei tiefer Dunkelheit und scheinbar zu tausenden leuchtende Sterne am Himmel den Popo das Himalaya zu zeigen.


Lodge in Lama Hotel

Jede Nacht hat ein Ende. So zogen wir, am Morgen mit einem wirklich tollen Frühstück gestärkt ins Abenteuer Berge.
Trekking in Nepal bedeutet……..es geht hoch und wieder runter um nach der nächsten Ecke gleich wieder hoch zu gehen. Viele denken Nepal, Himalaya, da gehst halt ständig Bergauf.

So ist es definitiv nicht. Die Höhe will erarbeitet werden und das Stück für Stück. Am ersten Tag unseres Trekks finde ich das noch lustig. Vor allen die Gesichter unserer Mitstreiter/Gäste. Sie denken, da oben, da ist es geschafft und wir sind am Ziel. Ich grinse mir dann eins und denke ihr werdet schon sehen, nichts ist da oben, da oben geht es lediglich wieder runter um dann irgendwann wieder hoch zu gehen.
Natürlich will ich anmerken, dass auch ich nach ein paar Tagen gut und gerne meine Trekkingstöcke ins Gebüsch hauen würde 😉

An diesem Tag gehen wir durch dichten Wald, der auf mich wie ein Gespensterwald wirkt. So dicht scheint er. Das Wetter ist angenehm zur Tageszeit.
Lama Hotel ist ein kleiner Ort an dem es nur einige Lodges gibt. Wir suchen die an der mit fetten Lettern steht….Hot Shower. Das war es dann aber auch, Hot shower war alle. Die Lodges hier sind rappel voll, es scheint diese Saison sind alle Nepal Touristen ins Langtang gekommen.

Angst aber muss keiner haben, kein Bett zu bekommen. In der kleinsten Hütte ist Platz, so gibt es einige die im Dinner Room zu 20’zigst eng aneinander gekuschelt einschlafen.
Die, jedenfalls denke ich, haben nicht gefroren in der Nacht. Ich hingegen habe das Gefühl mir wird nie mehr warm, da kann ich Eimer weise heißen Tee in mich hineinschütten. Es wird nichts.
Nepal = Abenteuer……..kann man wohl so sagen.

Früh am Morgen stehen wir auf und verlassen die Lodge Richtung Langtang Tal. Der Typ da oben, Namens Affe, war lange Zeit einer unserer Begleiter. Affen schwirren hier herum. Man muss nicht einmal besonders leise des Weges schleichen, mir schint sie sind gewöhnt an den Anblick leicht oder heftig schnaubender Trekker, die  keuchend durch den dichten Dschungelartigen Wald japsen.

Die eine oder andere Hängebrücke gilt es zu überwinden. Wobei man doch bitteschön beachten sollte, dass Lastentiere immer Vorrang haben. Also, falls Gegenverkehr in Form laut bimmelnder Tiere droht……….warten.

Hängebrücken in Nepal’s Himalaya stürzen viele Trekker, die DIN geprüfte Brücken aus Europa gewöhnt sind, hin und wieder ins Verzweifeln. Soll ich drüber, oder nicht? Nun, wenn sie nicht tagelange Umwege laufen wollen, sollten sie schon diese Brücke nutzen. Glaubt mir, es passiet nichts. Ich habe vor Jahren schon ganz andere Brücken überquert, alte aus modrigem Holz. Diese hier, im Langtang, sind teils alle neu. Nepal kann es sich nicht leisten Touristen in den reissenden Fluten eines Gebirgsflusses zu verlieren. Die passen schon auf. 🙂

Das erste mal, zum Sonnenuntergang zeigt sich dann auch ein Berg in seiner vollen Größe. Ihr könnt mir jetzt den Kopf einschlagen, aber ich habe keine Ahnung wie der Berg heisst. Er ist groß und schneebedeckt, mehr weiss ich nicht.

Auf dem Weg nach Langtang ( so heisst auch ein Ort hier), machten wir Rast in Ghora Tabela, was nur aus 2 Lodgen inmitten des Langtang Tales besteht. Oberhalb von uns erstreckt sich der langtang Lirung Berg. Hier treffen wir auch friedlich grasend die ersten Yacks. Yaks sind die Lastentiere des oberen Himalaya, ab einer Höhe von fast 3000 Meter finden sie den für sich geeignetsten Lebensraum.

Und mal so nebenbei gesagt, sie schmecken auch ganz gut. Yacksteak sollte man mal ausprobieren, für mich eine Mischung von Rind und Wild. Hier aber, im gesamten Gebiet werdet ihr kein Fleisch auf der Speisekarte finden. Fleisch wir aus religiösen Gründen hier nicht vernascht.

Nach der Rast im Sonnenschein, aber doch Kälte, geht es weiter und wir passieren wieder einmal einen Armee Posten und zeigen brav unsere Permits.

An Höhenmetern liegen nur noch 200m vor uns bis Langtang. Die jedoch haben es in sich. Langsam wird die Atmung schneller und ich verfluche mich inerlich schon wieder, warum ich mir nicht das eine oder anere Stück Schoki verkniffen habe. So haften die jetzt auf meinen Hüften und ich muss dies alles neben meinem 12Kg Rucksack mit hoch hieven.

Auch die Träger müssen mal eine Pause machen.

Die Träger. Wie ich sie bewundere, nicht um ihr Geschleppe, sondern darum wie sie scheinbar leichtfüssig mit teils Flip Flops an den Füssen beladen mit bis zu 50KG an mir vorbei rennen.

Was denken sie, wenn sie an uns vorbei rennen? Was müssen sie denken welche Wohlstandsmenschen, oder Weicheier wir sind? Bekleidet nach der neusten Trekkingmode, mit Hightech Trekkingschuhen und doch schnaufend Stück für Stück den Berg erobernd?

Es gibt Leute die mich ansprachen, sie würden wenn sie solche Träger die kein“ordentliches“ Schuhwerk haben in ihrer Gruppe hätten,  nicht mitnehmen würden. Na und, was denken sie eigentlich von was sie sich „ordentliche“ Schuhe leisten sollen? Von ihrem kargen Lohn?

Die Träger sind das letzte Glied der Trekking Gruppen Hirachie, sie verdienen das wenigste Geld. Aber sie verdienen. Und das, liebe Trekkingfreunde, geben sie für ihre Familie. Da ist zum Beispiel die Ausbildung der Kinde wichtiger, als mit TÜV geprüften Schuhen durchs Land zu schlendern. Solche Aussagen einiger Touristen sind leicht ausgesprochen, doch sollten sie mal überdenken wie es den Menschen hier geht. Hier gibt es kein 13. Gehalt, Weihnachts oder Urlaubsgeld. Hier gibt es nicht einmal regelmässig Lohn und Arbeit.

Klar, auch ich denke mir oft, Mensch Jungs wie wollt ihr so da hoch kommen? Ich kenne jedoch die Hintergründe und weiss sie haben gar keine andere Wahl. Sie müssen es eben. Und den Träger nicht zu engagieren, nur weil er kein richtiges Schuhwerk hat, bringt ihn nicht weiter. Höchstens dazu, dass ihm ein Verdienst entgeht.

Es gibt einige Touristen die lassen ihre Trekkingschuhe am Ende der Reise ihren Trägern, oder auch Guides. Das ist ein Anfang, denke ich.

So kommen wir dann nach dem Anstieg in Langtang an und finden eine Klasse Lodge, die shriman immer nutzt mit seinen Gästen. Eine Lodge mit eigener Dusche und Toilette im Zimmer. Und mit heissem Wasser. Ich nutze die Gunst der Stunde und dusche mich, vorerst das letzte mal. Die nächsten Tage werden nicht nur hart, sondern noch kälter werden. Aus Erfahrung weiss ich, es wird mir von Tag zu Tag mehr egal sein ob ich mich waschen kann, oder nicht. Nein ich bin kein Ferkel, ich will nur nicht bei eisiger Kälte bibbernd vor kaltem Wasser stehen um es mir Tropfenweise zuführen. Schon das Zähne putzen wird mich Überwindung kosten.

Am Anfang des Dorfes gibt es eine kleine uralte Gomba die leider meist verschlossen ist. Es ist aber immer jemand in der Nähe den man fragen kann, ob sie geöffnet werden kann. Glaubt mir, es lohnt sich. Als kleines Dankeschön kauften wir Butterlampen, die dann gleich angezündet werden. So stehen wir barfuss, mit mehr oder weniger stinkenden Socken ehrfürchtig vor einer Buddha Statue in der Gomba und lassen unseren Wünschen freien Lauf……

Nach der Gomba wird noch schnell eine große Hängebrücke überquert und man ist fast im Dorf. Wir machten noch einmal kurz Rast. Hier in der Region kann man am Wegesrand Yakgurth essen. Viele Bauern bieten das an. Ich nasche gern mal unterwegs was. Im Prinzig nasche ich zwar immer gern, nur hier schmeckt der Yakghurt ausgezeichnet. Ausserdem bilde ich mir ein noch was Gutes zu tun, denn die einfachen Bauern am Weg, jene die keine große Lodge besitzen um Wanderer aufzunehmen, haben so die Gelegenheit sich etwas zu ihren kargen Lohn auf dem Feld dazu zuverdienen.

In Langtang gibt es eine Käserei und natürlich die obligatorischen German Bakerys. Ich der Käse Fan, hastete nach meiner Dusche Shriman im Schlepptau, der Käse überhaupt nicht mag, zur Käserei.

Herrlich Yak Käse schlemmen, dazu ein Glas heissen Sandornsaft frisch gepresst……….mhhhhhhhhh wie Gott in Frankreich.

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